Was ist Social Entrepreneurship

Social Entrepreneurs nützen innovative Herangehensweisen, um einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Sie gründen eigene Unternehmen oder bringen sich entsprechend in Betrieben ein. Sie übernehmen damit Verantwortung auch in ökologischen Belangen. Diese Form der Bewusstseinsbildung – sowohl in ökologischer wie auch ökonomischer Hinsicht wird im Rahmen der Social Entrepreneurship Education gefördert.

Aber nicht nur.

Welche Zukunftskompetenzen braucht ein Social Entrepreneur

Unternehmerisch denkende Menschen zeichnen sich durch besondere Fähigkeiten, wie z.B. Kreativität, Mut und eine kritische Denkhaltung aus. Unternehmer*innen müssen sehr gut kommunizieren und mit anderen kooperieren können. Zu ihren wichtigsten Eigenschaften gehört ein gutes Einfühlungsvermögen in die Bedürfnislage ihrer Kund*innen, ein Gespür für sich anbahnende Veränderungen und eine hohe Flexibilität auf veränderte Marktgegebenheiten reagieren zu können. Sie brauchen Disziplin und müssen sich selbst und andere führen können. Eine grundsätzlich positive Denkhaltung und Achtsamkeit mit sich und anderen sind weitere Fähigkeiten, die Unternehmer*innen in der herausfordernden globalen und digitalen Welt heute mitbringen müssen.

All diese Fähigkeiten brauchen junge Leute heute aber auch in den Betrieben und im Alltagsleben. Wo und wie erlernt man das alles? Wie kann man als Jugendlicher diese wichtigen Zukunftskompetenzen entwickeln?

Zukunftskompetenzen erwerben in der schulischen Projektarbeit

Hier gibt es Curricula, wie z.B. für Schulen das Unterrichtskonzept von NFTE (Network for Teaching Entrepreneurship) oder flexible Lernangebote, wie sie z.B. von Youthstart entwickelt und erprobt wurden. An vielen Universitäten und Hochschulen werden eigene Entrepreneurship Programme und Studiengänge angeboten.

Kompetenzerwerb und das Entwickeln eigener Ideen und Interessen beginnt bei den meisten Menschen im Schulalter. Wir wissen das von vielen berühmten Leuten, wie z.B. Albert Einstein, der mit 16 Jahren seine erste wissenschaftliche Arbeit verfasste. Das Entwickeln der eigenen Kreativität und Handlungsfähigkeit braucht jedoch bestimmte Rahmenbedingungen, die eigens geschaffen werden müssen. Die Arbeit an eigenen Projekten, wie sie z.B. in NFTE-Unterrichtskonzepten gefördert wird, gilt als der Königsweg für Kompetenzentwicklung schlechthin.

Businesstag, landes- und bundesweiter Wettbewerb

Gründer*innen brauchen dringend Feedback und dies von verschiedenen Seiten. Sie brauchen Feedback vom Markt, d.h. in erster Linie von den avisierten Zielgruppen. Sie brauchen jedoch auch Rückmeldungen von Experten und Expertinnen. Businesstage und der landes- und bundesweite Wettbewerb spielen deshalb eine wichtige Rolle. Die eigene Geschäftsidee und deren Ausgestaltung werden vor verschiedenen Gremien präsentiert und deren Rückmeldungen ausgewertet. Gewinner*innen von Wettbewerben bekommen eine Auszeichnung und einen preis. Nicht-Gewinner*innen arbeiten dennoch in vielen Fällen weiter an ihren Geschäftsideen und bauen sich ihre Zukunft auf.

Für jeden Beobachter ist es faszinierend zu sehen und zu erleben, was die Social Entrepreneurship Ausbildung zu bewirken vermag. Schüler und Schülerinnen der 8. und 9. Klassen präsentieren überzeugend kreative Geschäftsideen und ausgefeilte Geschäftsmodelle.

In diesem Jahr findet am 15. Juli der bayrische Landeswettbewerb zum ersten Mal online in Adobe Connect statt. Eine Teilnahme ist noch möglich. Die Anmeldung ist erwünscht, jedoch nicht verpflichtend. Siehe dazu auch unser digitales Plakat mit allen relevanten Informationen und Links. Bei allen Fragen dazu stehen wir sehr gerne zur Verfügung.

Grundprinzipien von Social Entrepreneurship Education

In jungen Menschen steckt so viel mehr als im schulischen Alltag zum Vorschein kommt. Es geht in der Social Entrepreneurship Education darum, individuelle Talente, Stärken und Interessen zu entdecken und zu fördern. Es geht darum das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeit zu stärken und die individuellen Zukunftsperspektiven herauszuarbeiten.

In NFTE-Kursen wird der individuellen persönlichen Entwicklung deshalb ein breiter Raum eingeräumt. Verstärkt werden die individuell vorhandenen Fähigkeiten und Talente. Es wird ein Bewusstsein entwickelt, wo und wie diese am besten im persönlichen Umfeld, in Wirtschaft und Gesellschaft eingesetzt werden können.

Gefördert werden Eigeninitiative und Teamgeist, die Herausbildung einer positiven Grundhaltung und Optimismus. Ziel ist das Erleben von Selbstwirksamkeit, Kritikfähigkeit und eine wertschätzende offene Kommunikation.

Die Teilnehmenden erleben unmittelbar wie das Wirtschaftsleben funktioniert und was es heißt ein Unternehmer und eine Unternehmerin zu sein.

Darüber hinaus werden die Teilnehmenden für Nachhaltigkeit im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich sensibilisiert. Die Umsetzung der Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat eine hohe Priorität in den Kursen.

Quelle: Begleitheft für Lehrkräfte zum NFTE-Schülerbuch: Von der Idee zum Ziel – wie Du ein kleines Unternehmen startest und erfolgreich machst, Berlin 2018

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Einige Worte noch zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Deutschland hat sich verpflichtet die 17 Nachhaltigkeitsziele des UNESCO-Weltaktionsprogramms https://www.bne-portal.de/de/einstieg/was-ist-bne umzusetzen.

Dem Bildungsbereich selbst kommen dabei zwei Aufgaben zu: Bildung selbst muss nachhaltig gestaltet werden, d.h. sie muss eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie lebenslanges Lernen für ALLE gewährleisten.  Daneben müssen die Inhalte der 17 Nachhaltigkeitsziele in der Bildung verankert werden. Bildung nimmt deshalb eine Schlüsselposition ein.

Das NFTE-Programm ist nachhaltig gestaltet. Das Lernprogrammen ist inklusiv aufgebaut, Jeder und jede, der bzw. die die Möglichkeit bekommt, kann teilnehmen und mitwirken. Die Haltung der Lernbegleitenden ist wertschätzend und positiv verstärkend. Alle Teilnehmenden haben die Chance ein eigenes Zukunftsprojekt zu entwickeln.

Neben dem Einsatz in schulischen Kontexten erscheint es uns deshalb sehr wichtig, die Schulungsprogramme für Social Entrepreneurship auf breiterer Ebene anzubieten, beispielsweise in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und im Rahmen der Sozialarbeit, in der Inklusion und Integration.

Autorin: Gabriela Westebbe